14. Oktober 2014

Zu Gast beim Popstar des Ayurveda

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, Ayurveda, ne?! Bis vor Kurzem wusste ich ehrlich gesagt noch nicht mal wirklich wie man das schreibt. Ja, lacht ruhig. Und wenn man mich gefragt hätte, was Ayurveda genau ist, hätte ich wahrscheinlich ob meiner Ahnungslosigkeit ziemlich verlegen irgendetwas von "Kosmetik oder so" gestammelt. Mit anderen Worten: keine Ahnung von nix!

Aber manchmal finde ich keine Ahnung von nix ganz gut. Dann kann man nämlich mal etwas frischen Wind durch das eigene Schädelchen wehen lassen, sofern man bereit ist, ein bisschen Interesse für etwas Neues locker zu machen. Und so lange das Neue nix mit Mathe zu tun hat, bin ich für frischen Wind tatsächlich jederzeit zu haben.

Und so kam es, dass ich vor zwei Wochen nach Wuppertal tuckerte, um einen ayurverdischen Gourmet-Kochkurs im Kochatelier von Volker Mehl zu besuchen.


Schon im Vorfeld hab ich mich ehrlich gesagt über mich selbst beömmelt: Keine Ahnung von nix, aber Hauptsache gleich bei den GOURMETS mitmischen! "Das kann ja heiter werden...", dachte ich mir und visualisierte direkt ein mittelschweres Idioten-Outing meiner selbst. Ich koche zwar gerne und gut, aber bestimmt nicht "für fein" geschweige denn für "Gourmets"!

Ha...da fällt mir ein: Letztes Jahr habe ich mich tatsächlich mal für eine Kochsendung im WDR casten lassen. Also nicht so ne "135 Hobbyköche zappeln vor der Kamera rum"-Geschichte, sondern ein voll seriöses Format, bei dem ICH als alleinige Köchin einen auf gesund und schlau gemacht hätte. Als ich damals angeschrieben wurde, habe ich lauthals gelacht, aber gedacht: "Pffff...das kann nur lustig werden. Da gehste hin!". Also bin ich da hin gegangen. Man traf sich in einem kleinen Kölner Geschäft mit schicker Kochzeile und schicken, coolen Männern. Schicke, coole Männer machen mich ja n bisskn nervös. Vor allem, wenn sie mir dabei zugucken wie ich aus meinen 5 mitgebrachten Zutaten eine profane Fenchelpfanne zusammenschustere und gleichzeitig auch noch total lässig mit der Kamera reden soll. Das Ganze endete damit, dass wohl allen Beteiligten klar war: Fenchelpfanne lecker, Juli für den Job eher ungeeignet. Denn vor der Kamera muss man ja das ganze Zeug wie selbstverständlich und vor allem elegant, gekonnt und ordentlich klein schneiden. Ich bin da ja eher so der Metzel-Typ. Hauptsache klein, ab inne Pfanne, wild drin rumrühren und feddich. Eleganz geht mir dabei echt vollkommen ab. Aber vielleicht lag das auch nur daran, dass mir im Vorfeld eine Maskenbildnerin zu verstehen gab, dass ich mich selbst ja absolut vorsintflutlich schminken würde. Alles out und falsch. Und dann bekam ich ein neues Gesicht geschminkt. Ein TV-Gesicht. Aha. Wie soll man da denn auch bitte noch spontan authentisch elegant sein?!

Aber egal. Was ich eigentlich nur sagen wollte: Ich kann voll lecker kochen. Aber nicht schön. Insofern kann man meine Vorfreude auf den Ayurveda-Kochkurs durchaus mit dem Wörtchen "mulmig" konnotieren. (Konnotieren ist ein ziemlich tolles Wort!) Aber dass ich mir dann vor Ort erst mal direkt wie ein Vollhorst die Daumenkuppe absäbeln würde, hatte ich trotzdem nicht kommen sehen.

Küchenunfall

Davon ab hatte ich aber wirklich einen richtig, richtig schönen "Genussabend" inklusive frischem Oberstübchenwind. Und den brumme ich Euch jetzt herzlich gerne auf...


So. Volker Mehl. Die Glamour sagt: "Die Ayurveda-Küche ist in aller Munde - und Buchautor Volker Mehl ist ihr Popstar." Wisster Bescheid. Mit Blick auf eins seiner Bücher war mir vom Popstartum mal abgesehen direkt klar: Och, den mag ich! Und mit dem ersten Schritt in sein schönes Wuppertaler Kochatelier war außerdem klar: Boah, voll schön hier! Das kann nur gut werden. 

Und das wurde es.


Weil ich aus stautechnischen Gründen ein paar Minütchen zu spät dran war, habe ich die Begrüßung verpasst. Aber so war ich direkt mitten drin und bekam ein leckeres Getränk plus Horsd'oeuvre gereicht. Sehr genehm. Und lecker! Außer mir waren noch 4 weitere Frauen am Start und schnell ging es zur Sache: Volker stellte die Rezepte vor, die wir gemeinsam kochen sollten. Da ich Backen ja nach wie vor für den Teufel halte, stand für mich fest: "Ich mache alles. Hauptsache ich muss nicht backen!". Das hätte ich den Anwesenden nun wirklich nicht zumuten wollen. Nun ja. Ehe ich mich versah, befand ich mich an der Wirsingfront...  


...und ganz im Ernst: Ich hasse Wirsing. Eigentlich. Aber ich habe ja auch Rote Beete, Oliven, Fenchel, Grünkohl und was weiß ich noch alles gehasst und in den letzten Jahren plötzlich lieben gelernt. Außerdem war ja ohnehin frischer Oberstübchenwind angesagt. Warum also nicht mal Wirsing neu kennen lernen?!


Gemeinsam mit Denise ackerte ich mich durch das Rezept bis wir äußerst malerische Wirsingpäckchen mit einer tollen Füllung gezaubert hatten...


Aber auch an den anderen Rezeptfronten wurde emsig, aber schön entspannt bei einem leckeren Gläschen Wein gebrutschelt, geschnibbelt und gewürzt. Hier der Beweis:


Volker stand als Chief in Command hinterm Herd, hatte alles im Blick und stand bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite. Schön: Das große Atelier bietet genau so viel Platz, dass man sein eigenes "Süppchen" kochen kann, ohne einander ständig auf die Füße zu treten, aber trotzdem entsteht durch die heimelige Räumlichkeit eine angenehme Atmosphäre. Ein richtiges Miteinander eben und keine Spur von etwaig abgehobenem "Gourmet-Gedöns". 

Ihr kennt das: Beim Kochen verdoppelt sich der Hunger. Mindestens! Also her mit dem ersten Gang...


Während wir nun alle zusammen am schön gedeckten, großen Tisch saßen und das lecker Süppchen löffelten, entstand eine für mich recht eigenartige Situation. "Keine Ahnung von nix" wurde plötzlich dezent unangenehm, denn da ich von der ayurvedischen Ernährungslehre wirklich rein gar nichts weiß, fühlte ich mich plötzlich wie ein kleiner Birni, der allein schon froh ist, wenn er vor lauter Fachvokabular-Dschungel Subjekt, Prädikat und Objekt in den einzelnen Sätzen ausfindig machen kann. Immer wieder war z.B. von Doshas die Rede. Hab ich später dann im Treppenhaus erst mal heimlich gegooglet. Es handelt sich um die drei verschiedenen Lebensenergien Vatta, Pitta und Kapha, die dem Menschen seine individuelle Konstitution verleihen. Ha!

Und so saß ich kleiner Birni da und habe versucht, Volker Mehls Sätze in mein Handy zu tippen, um hier später tolle Zitate zum Besten geben zu können. Aber ich hoffe, Ihr seht es mir nach, dass ich es nun doch lieber bei "Wenn man keine Ahnung hat...einfach mal die Klappe halten" belasse. Aber die Suppe war auf jeden Fall unheimlich lecker und eins habe ich doch noch behalten: Laut Ayurveda sollte man keine kalten Mahlzeiten zu sich nehmen. Wer also denkt, dass er mit einem morgendlichen Müsli samt kalter Milch oder mit einem leichten Salat am Abend auf das richtige Ernährungspferd setzt, ist nach dieser Lehre auf dem falschen Dampfer!

Die ayurvedische Ernährung ist also offensichtlich ein recht komplexer Kollege, den man nicht mal eben per Small Talk kennen lernt. Macht ihn ja eigentlich ganz sympathisch. Ebenfalls sympathisch finde ich folgenden Auszug aus Volker Mehls zweitem Buch: "Im Ayurveda geht es um viel mehr als um das Wissen um Elemente, Doshas und Geschmacksrichtungen. [...] Es geht um grundlegende Werte wie Liebe, Hinwendung, Achtsamkeit, Demut, Freundschaft, Verbundenheit, Vertrauen und Lebensfreude." Da passt der Buchtitel "So schmeckt Glück" natürlich wie Faust aufs Auge.

Das mit dem Glück traf dann direkt auch auf den zweiten Gang zu. Was für ein tolles Püree! Eigentlich soll man laut Ayurveda nur gemäßigt essen und sich nicht den Bauch vollschlagen. Auf Wikipedia ist sogar die Rede von gerade mal "zwei Hand voll". Aber was soll man denn machen, wenn es so lecker ist?! Da war "etwas übrig lassen" definitiv keine Option!


In der dritten Runde war dann endlich Denise' und mein Wirsing an der Reihe. Was war ich gespannt, mir meinen alten Feind mal anständig vorzuknöpfen! Denn ganz ehrlich: Ich für mich allein wäre bestimmt niemals mit einem Wirsing vom Markt in meine heimische Küche einmarschiert. 


Und jetzt ganz ohne Quatsch: Mein Wirsing-Päckchen war wirklich des Leckerste, was ich bisher in diesem Jahr gegessen habe! Hand aufs Herz und so. Ich freu mich echt immer wie Oberbolle, wenn ich alte Lebensmittelfeinde irgendwann doch noch knacke und wenn aus Feind plötzlich Freund wird. Jedes Mal wieder eine richtig, richtig tolle Erfahrung.


Laut Ayurveda hätte ich an diesem Punkt Schluss machen sollen. Also mit der Futterei. Aber jetzt guckt Euch bitte diese wunderschönen Dessert-Bäumchen an! Wer kann denn da widerstehen (von Nuss-Allergikern jetzt mal abgesehen)?! Also hab ich mit einem leichten Weihnachtsgefühl Löffelchen für Löffelchen einfach nur genossen...trotz drohender Platzeritis.


Lieber Volker, ganz ehrlich: Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich hier so gerne mehr über Ayurveda im Allgemeinen und Deine Ansichten im Besonderen geschrieben hätte. Aber das, was ich nun bei Wikipedia und Co. nachgelesen habe, mag ich nun natürlich auch nicht einfach runterrattern. Deshalb kann ich einfach nur sagen: Danke für den spannenden Einblick in eine für mich bis dato absolut fremde Welt. Meine Neugier ist geweckt - und zwar nicht nur aufgrund der wirklich wunderbaren Gerichte, die wir gemeinsam kochen durften. Deshalb habe ich mir während des Schreibens vorhin auch eins Deiner Bücher bestellt, um das mit dem frischen ayurvedischen Oberstübchenwind in Kürze noch etwas besser wuppen zu können. Und wahrscheinlich werde ich morgens nie wieder ein Müsli mit kalter Milch essen ;)

So. Hiermit sei Euch Volker Mehl ans kulinarische Herzchen gelegt. Ob Bücher samt toller Rezepte, ob ein Besuch in seinem Kochatelier oder ein schönes Essen in seinem Wuppertaler Deli "Feine Kost", ich wette Ihr seid begeistert, auch wenn Ihr wie ich kleine Ayurveda-Birnis seid. Vielleicht habt Ihr Lust, Euch mal auf seiner Website umzusehen, dann versteht Ihr vielleicht, warum ich trotz keiner Ahnung von nix einfach mal meine Nase in seine Welt stecken wollte.

Merke I: Öfter mal was Neues!

Merke II: Ihr könnt Volker natürlich auch auf Facebook folgen!


9. Oktober 2014

Verzweiflung pur: #halloherbst14 {Best of - Teil 1}

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ganz ehrlich: Diese #halloherbst14-Challenge macht mich feddich! Da töne ich mal wieder groß rum, dass ich Gewinner küren würde und dann hocke ich hier mittlerweile mit 2246 so tollen Instagrambildern, dass ich mich am liebsten in ein Loch verkriechen würde. Wie soll ich denn da DIE DREI SCHÖNSTEN auswählen?! Das geht doch gar nicht! Und weil sich das Ganze zu einem Projekt diabolischen Ausmaßes mausert, habe ich beschlossen, jetzt schon mal ein erstes Best-of online zu stellen.


Jeden Tag wühle ich mich durch die neuesten Bilder mit dem #halloherbst14-Hashtag und screenshotte diejenigen, die mich umhauen. Gegen das, was sich da mittlerweile alles so angesammelt hat, kann nicht ein einziges meiner eigenen Herbstfotos anstinken. Ganz im Ernst! Zwar glaube ich, dass so manche Instagram-User, die den Hashtag verwenden, gar nicht wissen, dass sie damit an meiner Challenge teilnehmen, aber hier gilt: mitgehangen...mitgefangen! Und gegen einen Überraschungspreis wird schon niemand etwas einzuwenden haben, oder?!

Als ich vor ein paar Wochen mit dem Wettbewerb an den Start ging, habe ich angekündigt, dass ich in Kürze die genauen Teilnahmebedingungen und vor allem auch die Preise verraten würde. Der Sommerbst war angebrochen und ich wollte einfach nur schnell den Startschuss geben. Aber jetzt gibbet eeeendlich die Details:
  1. Ich werde in der Kategorie Blog UND in der Kategorie Instagram je drei Gewinner küren.
  2. In der Kategorie Instagram nimmt man teil, indem man einfach ein Bild mit #halloherbst14 taggt.
  3. In der Kategorie Blog nimmt man teil, indem man den entsprechenden Post unter DIESEM oder unter DIESEM Post auf meinem Blog verlinkt.
  4. Jeder kann mit so vielen Bildern oder Blogposts teilnehmen wie er oder sie möchte.
  5. Als Teilnahmeschluss gilt der 31. Oktober.
  6. Die Gewinner verrate ich am Sonntag, den 2. November. Auf meinem Blog. (Wo sonst?)
  7. Und was es zu gewinnen gibt, habe ich bereits letzte Woche am Strand von Egmond erklärt. Man beachte bitte auch die reizende Möwe:



So. Ich hoffe, damit wären alle Fragen beantwortet? Ja, ich hätte mir irgendeinen fetten Sponsor suchen können, aber mal im Ernst: etwas Selbstgemachtes mit Blick auf die Gewinnerbilder finde ich einfach schöner. (Die Holzbrettchen schleife ich ab, lackiere sie mehrfach und ziehe dann die Bilder auf. Die Instagram-Gewinner-Bilder bekommen einen Polaroidrahmen verpasst und die Blogpost-Gewinner-Bilder haben eine weiße Umrandung.) Kommt von Herzen und schließlich ist der Herbst ja genau das: ne Herzensangelegenheit, ne?!

Und jetzt geht es mit dem ersten Best-of los. Bitte verkloppt mich nicht in Gedanken, wenn von irgendwem 4 Bilder und von Euch kein einziges dabei ist. Wenn ich mir im Zuge der Auswahl noch die ganzen Usernamen merken müsste ("Oh! Von dem oder der gab es doch schon ein Bild, oder? Oder? ODER?!"), würde ich wirklich noch bekloppter werden. Deshalb picke ich mir einfach die Bilder raus, die mir besonders gut gefallen - ohne weiteres Bohei.

Das, was jetzt kommt, ist meiner Meinung nach echt SAGENHAFT! Ich sage es immer wieder: Facebook könnte meinetwegen von jetzt auf gleich vom www-Erdboden verschwinden, aber ein Leben ohne Instagram?! Bloooß nicht!

Habt Ihr vielleicht Lust, mir Eure bisherigen 1-2-3 Favoriten zu verraten?! Welche Fotos hauen Euch aus den Klotschen? Wer hätte bis jetzt wirklich einen Platz auf dem Siegertreppchen verdient? Ich könnte heute schon mit meinem Kopf vor lauter Auswahl-Verzweiflung auf die Tischplatte donnern. Helft Ihr mir? HELFT MIR!

buntgestreifthuepfig - frauhibbel - megamultitina
fruehlingsmadl - contentwithsilence - minus78
mg007 - grete75 - yvonne_n
junifaden - feemail - jovellein
atownwom - jense204 - auf_trallafitti
unterwegskaffeeundkuchen - saumseliges - ruhrwohl
feemail - auf_trallafitti - krdigital
sabinewittig - heldenbini - saumseliges
mary.cgn - titatoni - nina_auf_reisen
utahanson - jovellein - junifaden
traveltina - sina65 - blick7
claudiakreuzer - minus78 - frauvoneulenstein 
carwein - we5ive - heldenbini
wohnprojekt - feemail - ma_dian
we5ive - minus78 - dietinse
sabinewittig - janski1987 - feemail
friesenmaedchen - uslein - miechlaemken
nicestthingscom - alizeti_sunflower - achkommey
contentwithsilence - frl_thu - mademoisellepfingstspatz
mammilade - linsensicht - frauabisz
katii08 - tastearound - frollein_pfau
salufi - unter_tage - nikesherz
machenstatteden - mammilade - herzanhirn
fadenmitherz - saumseliges - liebesseelig
schwester.herz - ruhrwohl - katha_strophal
marmelis_dietirolerin - saumseliges - ruhrpixelchen
jovellein - heimatbaum - coolibri_magazin
lisaundso2 - stylingfieber - gemachtesundgedachtes
insel.liebe - kitchencloud - nicipixow
hejuss - we5ive - gemachtesundgedachtes
annundfuersich - schwester.herz - lerougegorgedormant
minus78 - avasupertramp - friesenmaedchen
achkommey - churuu - johannisbeergelee
villastoff - annundfuersich - hamburgerliebe
volle_lotte - johannisbeergelee - doreajulia
mammilade - s_e_n_t_a_ - relleomein
liebegehtdurchdenmagen - hopefrayblog - datale
waldkatze_ - nicipixow - franzire_
jule_radelt - annundfuersich - glasklarundkunterbunt

Merke I: Der Herbst ist - mit Verlaub - ne geile Sau!

Merke II: Auch wenn ich verzweifle,
freue ich mich riesig, dass so viele Bilder eintrudeln!

8. Oktober 2014

Der glückliche Lieferservice: Lucky Soup

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, letztens bekam ich eine Mail. Das ist an sich jetzt nix Besonderes, aber in dieser Mail wurde ein besonderes Anliegen vorgetragen, das mich im ersten Moment n bisskn verdattert hat: "Hallo, wir wollen, dass Du über uns auch so einen schönen Artikel wie über den Pottburger-Laden schreibst!"

Äh. Bin ich Auftragsschönschreiberin oder was?! Das ist ja fast so, als ob jemand umme Ecke käme und sagen würde: "Hömma, ich möchte, dass Du Dich in mich genauso verliebst wie in Deinen Freund." Und sowas geht doch nicht auf Bestellung!

Aber meine Neugier war geweckt, denn die Mail stammte von Lucky Soup und da ich Glück im Allgemeinen und Suppen im Besonderen tatsächlich mag, dachte ich: "Och, kannste ja mal ausprobieren. So ne glückliche Suppe hat sicher noch keinem geschadet."

Also habe ich "HER DAMIT!" geantwortet und Fee zum Co-Tester ernannt, denn bei Lucky Soup handelt es sich um einen Dortmunder Lecker-Service, der sein Futter nicht nur vor Ort in einem kleinen Restaurant serviert, sondern es ebenfalls an Dortmunder Haustüren liefert. Und so gingen Fee und ich in ihrer Wohnung mit leeren Mägen in Position...

Nachdem wir die Online-Speisekarte gecheckt hatten, war klar: "Einmal ALLES, bitte", denn die Wahl wurde zur Qual, wenn man bedenkt, dass Fee und ich beide ein großes Herz für Suppen, Currys, ausgefallene Salate und Bagels haben. Aber nun gut, "einmal alles" wäre vielleicht ein bisschen dreist gewesen und so entschieden wir uns total dezent für "von allem eins"...und das war bei DER Auswahl wirklich gar nicht so einfach!

Telefonhörer, Bestellung, bisskn warten. Dingdong, ein freundlicher Lieferpeter erschien und überreichte uns drei große Tüten. Zwei leere Mägen und drei große Tüten...die Rechnung ging direkt auf...

Und dann haben wir ausgepackt. Das war ein bisschen wie Weihnachten: Man weiß nicht was einen erwartet und hofft, dass es etwas Schönes bzw. Leckeres ist. Ihr kennt das: Man bestellt irgendwo etwas zu Essen und kann dann die Pampe entweder direkt aus der Aluverpackung futtern oder man kippt sie sich auf einen heimischen Teller. So oder so gilt aber: Pampe bleibt Pampe. Was sich allerdings in den Lucky Soup Tüten befand, sah viel mehr aus wie frisch vonne Muddi zubereitet...


...und so machten wir uns äußerst freudig ans Futterwerk! 

Ich sag es direkt: Wir haben uns mit vollster Wucht in den Salat verknallt! Eigentlich sind wie beide keine großen Raddichio-Fans. Warum wir das dann überhaupt bestellt haben?! Weil wir gerne etwas "Ausgefallenes" probieren wollten. Tja. So saßen wir dann dort, schielten auf den Salat und fremdelten ein wenig. Trotzdem: rein mit der Gabel und...BOAH, WIE GEIL IST DAS DENN, BITTE?!

Überhaupt: Ich bestelle eigentlich gar keine Salate mehr, wenn ich mir mal etwas von einem Bringdienst kommen lasse. Bringdienst-Salate sind nämlich in der Regel entweder total wabbelig oder eiskalt und fast-tiefgefroren. Beides bäh. Aber dieser Salat hier war - EHRENWORT - perfekt: Raddichio, Cranberries, Walnusskerne, Mandarinen, Walnussöl, Traubenkernöl, Walnuss-Essig und Parmesan mit Orangen-Honigsenf-Dressing. Nix wabbelig, nix eiskalt, sondern einfach nur ein Traum. Ich möchte hier gar nicht wie so ne dusselige Werbetante klingen, aber ganz im Ernst: Die Zutaten harmonieren SO TOLL miteinander, dass Fees und meine Gabeln sich in dem Tellerchen einen kleinen Fight lieferten, denn watt wech is, is wech...


Kommen wir zum Bagel. Ich LIEBE ja Bagels. Früher, also in den späten 90ern, gab es in Essen mal einen zweistöckigen Bagelladen. Was hab ich den geliebt! Ich bin oft extra aus Bottrop nach Essen gefahren, nur um dort einen Bagel zu essen. Aber irgendwann war der Laden weg und meine Trauer groß. Insofern freue ich mich noch heute über jede Bagel-Zusammenkunft. In diesem Fall kann ich nur sagen: knackiger Salat, zartes Hähnchen und köstliches Chutney - und zwar SO köstlich, dass ich davon sogar gerne einen Löffel mehr auf dem Bagel gehabt hätte...


Auch die Hauptspeisen konnten sich sehen lassen. Wir hatten uns für eine Suppe und für ein Curry entschieden, weil wir große Liebhaber von Beidem sind. Das gilt vor allem dann, wenn Süßkartoffeln und/oder Kichererbsen am Start sind. Schön auch: Zur Suppe gab es noch drei Stullen Brot. Ich sag's ja: wie bei Muttern!


Wenn man sonst etwas von einem Lieferservice bestellt - in der Regel Pizza oder Pasta - liegt man nach der Verköstigung doch eigentlich immer mit einem vor Fett triefendem schlechten Gewissen auf dem Sofa, oder?! Bei Lucky Soup hat man allerdings vergleichsweise das Gefühl, etwas "Anständiges" gegessen zu haben. Sehr gut!


Und genau DAS hat sich Lucky Soup auch auf die konzeptionelle Fahne geschrieben: gesunde Ernährung bei vollem Genuss! Das Angebot an Suppen und Currys wechselt vierzehntägig und orientiert sich an regionalen und saisonalen Zutaten. Kann man auch nur gut finden. Und trotzdem hoffe ich, dass die Maronensuppe, die wir leider NICHT bestellt haben (weil Qual der Wahl und so) in naher Zukunft noch im Angebot sein wird, denn DIE muss ich unbedingt auch noch probieren.

Aber mit der Süßkartoffel-Sesam-Suppe und dem Lucky Curry hatten wir eine vorzügliche Wahl getroffen. Mir ist ja immer wichtig, dass das Fleisch zart und kein dröger Brocken ist. Da gibbet nix zu meckern! Die Konsistenz beider Gerichte war top, optisch alles mehr als im grünen orangenen Bereich und geschmacklich attestieren wir: lekkilekki! Aber gaaaanz ehrlich: Wir haben ein kleiiiin bisskn nachgewürzt, aber mit Fee und mir hat man es auch nicht leicht, da wir es beide gerne extra scharf mögen. Allerdings stellen wir diesbezüglich wahrscheinlich ohnehin eher die Ausnahme dar. Und ich sach immer: Lieber nachwürzen als mit einem völlig verwürzten Irgendwas da zu hocken. Und noch mal ganz ehrlich: Das passiert mir bei meinen eigenen Currys nur zu oft. Also gibbet auch an dieser Stelle wirklich rein gar nix zu meckern. Ganz im Gegenteil.

Widmen wir uns nun dem Nachtisch:


Ich muss zugeben: Ich bin kein Milchreis-Experte. Wahrscheinlich habe ich in meinem ganzen Leben gerade mal 5 gegessen. Aber als Laie kann ich nur sagen: Dieser Milchreis kann was! Und zwar schmecken. Die Reiskonsistenz war nicht schlabberig, das Mus wirklich sehr fruchtig und vor allem in Kombination hat mir jeder Nachtischlöffel Freude bereitet. 

Fassen wir zusammen: Alles super lecker, frisch und wie bei Muttern. Kein fettiges Völlegefühl, ausgefallene Kombinationen (der Salaaaaat und gesund. Was will man mehr?! Ich weißet wirklich nicht. Ach so: Das Preisleistungsverhältnis ist meiner Meinung nach auch meeehr als stimmig!

Ihr wohnt in Dortmund? Ihr Glückskinder! Dann habt Ihr ab heute eine wirklich tolle Alternative zu Pizza und Co., wenn Ihr Euch das Essen mal an die Türschwelle transportieren lassen wollt. Fee resümierte als Dortmunderin jedenfalls: "Boah, das ist aber ECHT MAL eine RICHTIG gute Adresse. Da bestellen wir jetzt öfter!". Und das ist die Wahrheit und nix als die Wahrheit.

So. Frisch gestärkt habe ich mir Lucky Soup dann auch nomma vor Ort angeschaut. Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich nix besonders Nettes erwartet, denn seit wann sind so kleine Lieferstuben schon nett aufgemacht?! Eben!

Aber auch da hebt Lucky Soup sich wirklich schön von der breiten Masse ab:


"Lucky food for lucky people" ist meiner Meinung nach übrigens ein richtig guter Slogan. Hach...wenn es nur überall Glück zum Löffeln gäbe, aber da gucke ich in Essen jetzt ein bisschen doof aus der kulinarischen "Haben-will-Wäsche".


Nun denn. Schauen wir uns den Laden mal von innen an. Ich war wirklich perplex: so luftig, frisch, freundlich, schöne Deko, nettes Mobiliar...alles mehr als stimmig und einladend!


Soll heißen: Als Dortmunder hat man hier wirklich die Wahl: ob zu Hause oder direkt vor Ort...ich halte Lucky Soup wirklich für eine richtig, richtig schöne Sache und bin sehr froh, dass der man mich angeschrieben hat, um diesen Laden und das Essen zu entdecken. Und noch froher bin ich, weil ich Euch wirklich ehrlichen Herzens davon vorschwärmen kann. Anders wär nämlich echt doof gewesen.

So. Ihr wohnt in Dortmund? Ihr wisst was Ihr zu tun habt! Und ich mache derweil hier in Essen lange Zähne. (Sagt man das so? Naja, Ihr wisst was ich meine. Futterneid!)

In diesem Sinne verabschiedet sich von Euch: Euer Frollein Rach!

Merke: Glück hat noch keinem geschadet!


*Dies ist ein gesponserter Post, aber ehrlich wie...äh...Sau. 

6. Oktober 2014

Ich habe mal Euren Urlaub geplant

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, heute machen wa Station in Alkmaar. Und in Alkmaar isset ganz schön schön!


Vor 5 Jahren war ich schon mal über Weihnachten dort. Gemeinsam mit meinem damaligen Freund hatte ich ein unglaublich schönes Appartement gemietet...mit kleinen Hutzelfensterchen und einem Rundumblick über die gesamte Innenstadt. Es hatte geschneit, die Dächer waren weiß und die Straßen liebevoll weihnachtlich geschmückt. Die Wohnung war so sagenhaft toll, dass ich allerdings am liebsten gar nicht vor die Tür gegangen wäre! Es stand ein kleiner, geschmückter Tannenbaum neben dem Kamin und selbst unter der Dusche konnte man über die Dächer der Stadt blicken. Ich kam mir wie DIE Appartement-Queen schlechthin vor, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass es für die paar Tage eine schöne Unterkunft hätte geben können.

Jedenfalls MUSSTE ich während Fees und meinem kurzen Besuch in Alkmaar uuuunbedingt das Haus finden, in dem ich damals ganz oben unterm Dach residiert hatte. Einfach nur weil. Weil ich davor stehen und sagen wollte: HIER war das! Und wir haben es gefunden...


Falls Ihr also mal in Alkmaar übernachten wollt, kann ich Euch diese Adresse mitten in der Innenstadt absolut ans Herz legen! Und weil ich keine Bilder mehr von der Unterkunft habe, könnt Ihr Euch bei Bedarf HIER davon überzeugen wieeee tolltolltoll die Wohnung (Codename "Trendy") wirklich ist. Und viel gezahlt haben wir damals übrigens auch nicht. Mit anderen Worten: ein tiptop Tipp!

So. Aber mal davon ab: Alkmaar ist ein ganz kleines Bisschen wie Amsterdam. Nur ruhiger, gemütlicher und kleiner natürlich. Grachten, Hutzelhäuschen, Hausboote, schöne Geschäfte, eine süße Altstadt, imposante Bauwerke, lecker Käseläden und viele tolle Cafés und Restaurants. 


Wir stromerten da also so rum, bummel hier, bummel da - aber Achtung: die schönen kleinen Lädchen haben montags fast alle Ruhetag - und dann hatten wir Hunger. So. Keine Ahnung von nix, aber während des Bummelns waren wir an einem Caféboot vorbeigekommen, das mich aufs Äußerste entzückt hatte, weil man auf einer klitzekleinen Miniterrasse sitzen konnte. Also schlug ich vor, dass wir es noch mal ausfinden machen sollten. Auf dem Weg dorthin brummelte ich noch "Phö, da ist BESTIMMT besetzt!"...


...aber mein Pessimismus strafte mich eindrucksvoll Lügen! Die zwei Korbsesselchen waren freier als frei und riefen laut und deutlich unsere Namen!


Naja. Vielleicht riefen sie eher MEINEN Namen, denn Fee neigt zu leichter Seeübelkeit und fand die ganze Angelegenheit eher nur so mittel. Aber weil sie so ne tolle Freundin ist und ich eindeutig Spaß für 2 inne Backen hatte, hopste sie zumindest halbwegs bereitwillig mit mir auf de Bloemenschuit...


Man kann sowohl auf dem Schiff als auch auf dem kleinen Platz davor speisen, falls man kein Bötchenfreund ist. Und weil der Holländer an sich wohl Grachten und Boote mehr als gewohnt ist, saßen alle anderen Cafégäste des Anne & Max tatsächlich lieber VOR dem Schiffchen in der Sonne. Das erklärt den leeren Innenraum des Bloemenschuits. Aber mir sollte es recht sein, denn so hatten Fee und ich das Schätzchen gaaaanz für uns allein!


Ich flippte also ein bisschen rum - ganz große Cafébootliebe - rannte auf und ab, machte tausend Fotos, baumelte mit den Beinen überm Wasser rum und quasselte mit den Enten. 


Und Fee? Sagen wir mal so: Sie hielt durch. Grenzwertig wurde die ganze Angelegenheit allerdings spätestens dann, als ich ihren leckeren Latte Macchiato umwarf. Tja. Bisskn zu viel rumgeflippt. Also einmal schön die Terrasse und Fees Schuhe geputzt, ehe wir dann unser Futter serviert bekamen. Apropos serviert: Wir hatten eine unglaublich herzliche und sympathische Bedienung! Und das war an diesem Wochenende ehrlich gesagt eher eine Ausnahme.


Ich so lecker Sandwich und Fee so lecker White Chocolate Killer Cake. Mein Sandwich war top, aber Fees Kuchen war einfach uuuunglaublich köstlich. Eine Maximalempfehlung an dieser Stelle!


Also. Ihr seht: Ich habe bereits alles für Euch geplant. Ihr fahrt nach Alkmaar, bucht mein ehemaliges Weihnachtsappartement, setzt Euch auf de Bloemenschuit und bestellt den Killercake. Und danach macht Ihr eine Grachtenrundfahrt. Ich habe nämlich gehört, dass das eine sehr abenteuerliche Angelegenheit in Alkmaar sein soll, weil die Brücken teilweise so niedrig sind, dass man sich mehr oder weniger auf den Boden des Bootes legen muss. (Ich hätte ja viel mehr Angst, dass mir irgendwelche fiesen Spinnen inne Haare krabbeln, als dass ich mir den Kopp stoße. Spinnen hausen ja bekanntlich zu Huuunderten unter Brücken. Weiß man ja, ne?!)

So. Und abends könntet Ihr nach einem leckeren Essen ins Kino gehen. Das Kino heißt in Alkmaar nämlich Harmonie. Und das find ich gut. Jaja, in Urlaub ins Kino zu gehen, ist vielleicht ein bisschen komisch, aber der NAAAAME! 


Joa. Damit wäre dann auch alles gesagt, Euer Urlaubstag in Alkmaar verplant und mein Blog-Tageswerk somit erledigt. 

Just in dem Moment, als Fee und ich ins Auto stiegen, um die Heimreise anzutreten, fing es übrigens an zu regnen. Aber da mussten wir durch. Und die Schafe auch. Läbbn is wie immer hat, aber Alkmaar ist wirklich, wirklich schön!


Merke: Einen Ausflug nach Egmond oder Bergen kann man wunderbar
mit einem Trip nach Alkmaar verbinden. Oder umgekehrt.

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