Empfehlungssause #4: Tolle TV-Serien, die noch nicht unbedingt jeder kennt

3. Februar 2016

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, jeder hat ja so seine Einschlafrituale, ne?! Manch einer liest, ein anderer trinkt nen Tee und wieder jemand anders zählt Schäfchen oder so. Ich gucke junke zum Einschlafen Serien. Da kann ich einfach wunderbar aus meinem eigenen Leben aus- und in ein anderes einsteigen. So kriege ich den Kopf frei...oder zumindest freier.

Vor gut anderthalb Jahren habe ich hier mal drei Posts (1, 2 und 3) unter dem Titel "Tolle TV-Serien, die noch nicht unbedingt jeder kennt" rausgehauen...mit meinen liebsten Empfehlungen zum damaligen Zeitpunkt. Nun liegt dieser Zeitpunkt ja schon ein ganzes Weilchen zurück und ich habe natürlich ordentlich weitergejunkt. Und deshalb gebe ich heute ne neue Empfehlungsrunde aus. Also uffjepasst!

1. Broadchurch


Ein totes Kind in einem englischen Küstendorf und natürlich will keiner der Mörder gewesen sein. Was nach einer klassischen Krimikiste klingt, ist ein teilweise malerisches Stimmungsportrait einer Gemeinde, in der das praktiziert wird, was in Zeiten von Unsicherheit am einfachsten scheint: Schön middm Finger auf Andere zeigen. Ich habe bis zur letzten Folge nicht erahnen können wer der Täter war und fand die Auslösung trotzdem nicht an den Haaren herbeigezogen. Besonders gefallen haben mir die Darsteller, die nicht dem üblichen "schön anzusehen"-Klischee entsprechen, das einem mit Serien oder Filmen sonst gerne vor den Latz geknallt wird. Hier sehen die Menschen nicht perfekt, sondern wie echte Menschen aus. Aber am allertollsten: Die Darsteller wussten selbst bis zum Dreh der letzten Folge nicht, wer von ihnen das Kind auf dem Gewissen hat. Und DIE Vorstellung hat mich beim Gucken echt ununterbrochen angefixt.

2. The Affair


Meine Güte, ging mir diese Serie zwischendurch unter die Haut. Manchmal wollte ich gar nicht weiter schauen, weil mich das, was hinter dem Plot steckt, wirklich angreift. Rein oberflächlich betrachtet geht es bei The Affair um eben genau das: eine Affäre. Ein Mann betrügt seine Frau mit einer Kellnerin und diese Kellnerin betrügt wiederum ihren Mann...und alles zerbricht. Und genau diese Zerbrechlichkeit menschlichen Miteinanders und die Fehlbarkeit eines jeden Einzelnen sind für mich einfach starker Tobak. Das, was diese Serie aber so besonders macht, ist ihre Erzählstruktur: Jede Folge wird in zwei Hälften geteilt und mit jeder Hätte bekommt man die Sichtweise von jeweils einem der Protagonisten vorgeführt. So entstehen Zweifel. Wie war es wirklich? Und letztlich erkennt man, das alles, was geschieht, abhängig vom jeweiligen Blickwinkel ist. Gibt es die wahrste Wahrheit oder gibt es einfach nur ganz viele Wahrheiten? Wenn man das einmal wirklich hinterfragt, kann man echt ein bisschen bekloppt werden. Geschehnisse stellen sich plötzlich ganz anders dar und man führt sich sich selbst vor, weil man sich dabei ertappt, dass man das, was man in der ersten Hälfte gesehen hat, einfach als gegeben hinnehmen wollte. Plötzlich trägt die Protagonistin in ihrer Erinnerung ein anderes Kleidungsstück als sich der Protagonist zu erinnern meinte, plötzlich klingen Sätze anders, Tonlagen, Vorwürfe, Entschuldigungen...und der Zuschauer ist gefordert, sich sein eigenes Bild zu machen. Das finde ich unglaublich spannend. Man denkt mit und lässt sich nicht einfach nur berieseln. Aber mal davon ab: In einer der Hauptrollen ist Joshua Jackson zu sehen. Vielleicht erinnert sich der Eine oder Andere von Euch? Das ist der beste Freund von Dawson aus der Jugendserie Dawson's Creek. Und ich fand damals schon, dass die Serie Pacey's Creek hätte heißen müssen, weil Pacey zig mal cooler war als der lahme Schönling Dawson.

3. How to get away with murder


Aus der Feder der Macherin von Scandal und Grey's Anatomy galt diese Serie für mich als Pflichtjunk. Auch wenn ich binnen der ersten Staffel immer mal wieder zwischen "Jo, voll gut!" und "Hm, geht so!" hin und her gerissen war, hat mich die zweite Staffel dann letztlich doch so gepackt, dass ich Euch die Serie gerne empfehlen möchte. Auch hier wird der Zuschauer mit einer besonderen Erzählweise konfrontiert: Die einzelnen Staffeln erzählen die Geschehnisse rückwärts. Man steigt ein mit dem Mord und dann hüpft die Serie an ihren Anfang zurück und führt den Zuschauer Stück für Stück zum Verbrechen zurück. Auch wenn man immer mehr erfährt, fragt man sich trotzdem von Folge zu Folge immer irritierter "Wie zur Hölle soll DAS denn bitte passiert sein?!". Im Mittelpunkt steht eine erfolgreiche Anwältin, die ebenfalls als Dozentin tätig ist. Sie pickt sich aus ihren Studenten ein paar "Schlaumeier" heraus, die in ihrem Anwaltsbüro die Helfertätigkeiten für sie erledigen dürfen. Dabei bleibt stets offen: "Wer hilft hier eigentlich wem?!". (Der Trailer ist leider n bisskn doof...)

4. American Horror Story (5) - Hotel


Ich muss gerade echt mit mir ringen, um die vierte Empfehlungsserie aus meiner Liste rauszupicken. Da stehen nämlich noch ganze 13 Serien drauf. Die Entscheidung fällt auf die fünfte Staffel von American Horror Story. Ja, auf die fünfte Staffel, denn diese Serie kann man wunderbar staffelunabhängig gucken. Staffel 1 fand ich albern, Staffel 2 absurd, Staffel 3 doof. Dann bin ich in Staffel 5 wieder eingestiegen und war ob der sensationellen Besetzung (Kathy Bates, Chloe Sevigny, Angela Bassett,...) extreeeem geflasht. Klar, diese Serie ist definitiv nur etwas für all diejenigen, die dem Horror-Psycho-Genre nicht gänzlich abgeneigt sind, denn Ekelkram, Schockmomente und übertriebene Effekthascherei sind hier Standard. Aber diese ganzen "Sachen" sind hier so kunstvoll in Szene gesetzt, dass man mit Liebe zum Detail und zu schauerhaften Absurditäten einfach nicht umhin kann, anerkennend schmunzeln zu müssen. Aber worum gehts?! Ein Ehepaar verliert seinen Sohn und dieser Sohn taucht nach Jahren in einem alten Prunkhotel wieder auf, ohne auch nur einen Tag gealtert zu sein. Ebenfalls in diesem Hotel leben viele skurrile Persönlichkeiten zwischen Mord und Totschlag und ganz oben unterm Dach thront Lady Gaga. Ich finde Lady Gaga eigentlich total beknackt, aber in dieser Rolle...hach...ich könnte einen Kniefall machen! Ich weiß, dass es von vielen Leuten kritisch gesehen wird, wenn Gewalt zur Kunstform stilisiert wird, aber genau deshalb sage ich: American Horror Story ist nur etwas für diejenigen, die für sowas eben ein kleines Faible haben.

Ach kommt, das waren nun 4 fette Tipps, abba ich stell jetzt noch n Eintopf mit ganz vielen Häppchen aufn Empfehlungsherd:

5. Mr. Robot
Thriller-Kurzserie rund um ein Programmierer-Superbrain mit Persönlichkeitsstörung. Cyber, Hacker, IT-Gedöns und Christian Slater sind am Start und man fragt sich ständig: Was ist Realität und was wird halluziniert? Toll fand ich hier vor allem die Bildsprache: Viele Szenen wirken wie sehr cleane, abstrakte Instagrambilder.

6. Luther
Krimi-Serie aus Großbritannien mit der Kellnerin aus "The Affair" in einer der Hauptrollen. Selten habe ich eine Krimiserie gesehen, die ich soooo gut fand, obwohl mit jeder Folge "einfach nur" ein neuer Fall aufgerollt wird. Das liegt daran, dass es hier wirklich gute Grundstories gibt, die den Staffeln zu Grunde liegen. Außerdem habe ich selten in einer Serie die Bösewichte so "gut" gefunden. Je weiter die Serie voranschreitet, desto fieseliger werden die nämlich. Nur dass Luther seine Fälle löst, in dem er manchmal einfach Dinge erahnt, die man UNMÖGLICH erahnen kann, hat mich stellenweise ein bisschen genervt.

7. Flesh and Bone
Eine noch sehr junge Miniserie aus dem Drama-Sektor, die sicher nicht jedem zusagt. Die Story ist nämlich im Ballettgenre angesiedelt. Wer nun an Hupfdohlen-Tanzfilmchen denkt, liegt völlig falsch! Die Geschichte ist sehr, sehr düster inszeniert und erinnert eher ein wenig an Black Swan. Hab ich jedenfalls in zwei Nächten weggezogen.

8. Aquarius
Thriller-Serie mit David Duchovny mit Mecki-Haarschnitt in der Hauptrolle. Die Story ist in den 60er Jahren angesiedelt und lehnt sich sehr (!) leicht an den wahren Begebenheiten rund um den Sektenführer und Serienmörder Charles Manson an. Der Zeitgeist wird meiner Meinung nach gut wiedergegeben, aber mich hat vor allem das Manson-Thema getriggert, so dass ich mehrfach auf Pause geklickt habe, um zu recherchieren welche Inhalte der Serie wohl wahr und welche frei erfunden sind.

9. River
Britische Kurzserie rund um den Mord an einer Polizistin. Der ermittelnde Polizist John River schwankt zwischen Genie und Wahnsinn, aber genau diese Tatsache führt ihn auf wertvolle Fährten. Eigentlich ist diese Serie eher als Persönlichkeitsstudie des Polizisten als als typische Krimiserie zu begreifen.

10. Jessica Jones
Angelehnt an die Marvel-Superhelden-Figur "Jessica Jones" dreht sich der Plot um die alkoholkranke Privatdetektivin Jessica Jones, die mit Krysten Ritter meiner Meinung nach grandios besetzt ist! Eine so kaputte, verschrobene und untussihafte Figur...finde ich super! Ihr größter Feind: Herr Kilgrave, der einfach einen wirklich amüsanten und intelligenten Antihelden abgibt. Wer jetzt denkt: Bah, Superheldenschmuh, dem sei gesagt: Nönö, voll nicht!

Ich hätte noch n paar...sense8, Hand of God, The Man in the high Castle, The 100, Heroes Reborn, Bates Motel, The Following (wie super ist da bitte die dritte Staffel?!), American Crime...abba jetzt is ma gut, ne?!

Aktuell gucke ich übrigens Person of Interest. 20 Folgen hab ich schon intus, noch 70 to go. Und da ich nur nachts Serien junke, werde ich davon noch ein ganzes Weilchen was haben. Was guckt Ihr denn grad so? Könnt Ihr mir vielleicht mal wieder etwas empfehlen...also fernab der üblichen Klassiker, die man eh kennt? Und könnt Ihr meine Tipps, falls Ihr die entsprechenden Serien gesehen haben solltet, nachvollziehen, oder denkt Ihr "Wie kann die denn DEN Kappes empfehlen?!". Sacht domma ma watt!

Merke: Krankenlager nervt.

Das Ruhrgebiet im 360-Grad-Panorama

1. Februar 2016

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich liege flach. So richtig flach. Mit Höllenhusten, Kiefer-, Stirn- und Nasennebenhöhlenparty plus Schleifpapiernase. Toll. Richtig toll. Und morgen habe ich Geburtstag. Ich finde Geburtstag haben ja ungefähr genauso doof wie Silvester, aber Geburtstag im Schnottenmeer aufm Krankenlager-Sofa finde ich geradezu unverschämt! Eigentlich wollte ich schön anne Nordsee fahren und dort meine Geburtstagsflucht zelebrieren, aber: Grippeonkel sagt NEIN. Blöder Sausack!

Nun denn. Da ich langsam vor lauter Krankenlagerei schon rammdösig werde und bereits alle Serien und Filme der Welt gesehen uuuund das gesamte Internet leer gelesen habe, erzähle ich Euch jetzt von meiner letzten Amtshandlung an der Trallafitti-Front ehe es mich niederstreckte.


Ich habe nämlich eine Runde Independence Day gespielt und bin mit dem City Skyliner in der Essener Innenstadt gefahren.

Der City Skyliner ist der höchste mobile Aussichtsturm der gaaaanzen weiten Welt und gastiert noch bis zum 6. März am Kopstadtplatz. Was das mit Rolands Emmerich Science Fiction Filmchen zu tun hat?! Na guckt Euch das Ding domma an! Große, runde Scheiben, die über Innenstädten kreisen...wer denkt da nicht an die Independence Day Raumschiffe, ne?! Und bei schlechtem Wetter hat das Ganze echt n bisskn watt Gruseliges. Na gut...vielleicht nur, wenn man sich reinsteigert. (Im Reinsteigern bin ich super.)

Nun hatte ich heute eigentlich ein paar Tickets für das Aussichtsraumschiff verlosen wollen und zu diesem Zwecke schon vor ein paar Wochen die zuständige Agentur angeschrieben. Joa. Und die haben einfach mal nicht geantwortet. Dann war ich ein paar Tage beleidigt - schließlich hätten die ja wenigstens "Nö, lass ma!" antworten können. Aber dann hab ich mir gedacht: "Ach, watt soll's?! Wer weiß wann noch mal so ein Raumschiff vorbeikommt?! Fährste halt trotzdem damit und verlost halt nix." - denn neugierig genug war ich allemal.

Also hab ich auf gutes Wetter gewartet, um einen möglichst phänomenalen Weitblick einsacken zu können. Dann bin ich schön mit meiner Kamera im Schlepptau losgetrabt und durfte vor Ort feststellen, dass meine Kamera aus mir unerfindlichen Gründen plötzlich meine Speicherkarte ablehnt. Pffff! Also gibbet jetzt nur Handybilder, was mich echt noch mehr ärgert als die Tatsache, dass mir die Agentur nicht geantwortet hat. Tja.


So. Man kauft sich am Fuße des Skyliners ein Ticket an einem klassischen Kirmesbüdchen. Das kostet für Erwachsene 7 und für Kinder 4€. Also das Ticket, nicht das Büdchen. Reservieren muss man nix. Jedenfalls kann man mit dem Ticket zur integrierten Skyliner Bar gehen und sich ein Getränk genehmigen, auf das man dann 50 Cent Ermäßigung bekommt. Ich habe mich für einen Kakao entschieden und war ob seiner Leckerheit echt überrascht, denn eigentlich hatte ich mit schnöder Wasserplünsche gerechnet. Also middm Kakao schön ab in die komplett verglaste Flugkabine und schon ging es hoch in die Lüfte.


Hoch bedeutet hier 72 Meter, denn damit erreicht das Raumschiff seine finale Aussichtshöhe. Das Gefährt gleitet seeeehr gemächlich nach oben (und wieder runter). Soll heißen: Man fühlt sich nicht wie aufm Freefall Tower im Phantasialand.


Für den beworbenen 360-Grad-Panoramablick dreht sich die Aussichtsplattform dann 7 Minuten lang um die eigene Achse...ebenfalls in äußerst gemächlichem Tempo. Mit mir war eine kleine Seniorenschar an Board und da wurde niemand kreidebleich oder so. Also alles ganz entspannt...na gut...es sei denn man leidet unter Höhenangst. 72 Meter sind halt...joa...hoch.


Nun mag man vielleicht "7€ ist aber ganz schön happig" denken, aber mir war es der Spaß echt wert. Der Ausblick ist wirklich ein Knaller. Ich habe so viele Halden gesehen, dass ich sie kaum zählen konnte. Eigentlich gibbet hier insgesamt echt nix zu meckern. Mich persönlich hat der automatisierte Audioguide ein wenig genervt, der mit blecherner Frauenstimme die ganze Kabine beschallt hat, um über die Stadt Essen und ein paar Sehenswürdigkeiten zu informieren, aber ich könnte mir vorstellen, dass der Eine oder Andere das sogar ganz interessant findet. Ich kannte die ganzen Infos halt schon...aber das verbuche ich einfach mal unter persönlichem Pech.


Joa. 7 Minuten Panorama, eine kleine Science Fiction Dröhnung und wieder ab nach Hause. Ein paar Stunden später formierte sich dann der schönste Sonnenuntergang seit langem über dem Essener Horizont und ich hab mich fuchsteufelswild geärgert, dass ich mit meiner Skyliner-Tour nicht bis zur Dämmerung gewartet hatte. Deshalb: Wenn ich Ihr wäre, würde ich auf einen sonnigen Tag warten und dann schön pünktlich zum Sonnenuntergang ein Raumschiffründchen drehen. Dann ist der Ausblick bestimmt noch zig mal toller! (Naja, wie ich mich kenne, dackel ich da eh nomma hin, um mit meiner richtigen Kamera ein paar Abendrotfotos einzusacken. Ruhrpottliebe verpflichtet schließlich. Aber erst mal wieder anständig auffe Beine kommen...

Merke: Hauptsache, der Grippeonkel sagt nicht auch noch dem Herpesgott Bescheid!
Die beiden verbünden sich viel zu gerne gegen mich. PHÖ!

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